Die Gemeinde Oberhelfenschwil hat auf Anfang 2020 ihr kommunales Förderprogramm gestartet. Dabei profitieren Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer von Beiträgen, wenn sie auf erneuerbare Energien und Energieefizienz in Gebäuden setzen.

Über 80 Prozent der Gebäude im Toggenburg gelten als sanierungsbedürftig. Im Bereich der Wärmeerzeugung sind noch immer viele Ölfeuerungen im Einsatz. Mit einem attraktiven Förderprogramm will nun die Gemeinde Oberhelfenschwil die Einwohnerinnen und Einwohner motivieren, den CO2-Ausstoss mit geeigneten Massnahmen zu reduzieren.

Förderung für erneuerbare Energien

Die Gemeinde bietet finanzielle Unterstützung bei der Installation einer Photovoltaikanlage oder einer Solarstrombatterie. Ebenso kann ein Hausbesitzer vom neuen Förderprogramm profitieren, wenn er die alten Fenster durch neue energieeffiziente ersetzt. Ein vierter Bereich bildet der Heizungsersatz. Installiert ein Gebäudeeigentümer anstelle seiner alten Elektro-, Öl- oder Gasheizung eine Holzfeuerung, eine Wärmepumpe oder realisiert den Anschluss an ein Fernwärmenetz, erhält er einen Förderbeitrag (siehe Flyer).

Vor Baubeginn einreichen

Die Gemeinde Oberhelfenschwil hat das Förderprogramm, das auf drei Jahre ausgelegt ist, in Zusammenarbeit mit dem Förderverein energietal toggenburg und der Energieagentur St. Gallen GmbH entwickelt. Es sieht pauschale Beiträge und die ausschliesslich elektronische Bearbeitung vor, damit sich der finanzielle Aufwand für die Beurteilung der Gesuche tief halten lässt. Dafür zuständig ist die Energieagentur St. Gallen GmbH. Dort können die Gesuche seit dem 1. Januar 2020 eingereicht werden: http://efoerderportal.sg.ch. Diese Einreichung muss immer vor Baubeginn erfolgen.

Auf der Webseite der Energieagentur sind auch die Informationen zu Förderbeiträgen des Kantons abrufbar. Für eine kostenlose Beratung rund um Heizungsersatz und Solarenergie können Sie uns gerne kontatieren.

Zwei Einfamilienhäuser mit Solaranlage

Zwei Einfamilienhäuser an der Bäderstrasse in Nesslau wurden an der Solarpreisverleihung 2019 in Genf mit einem PlusEnergieBau-Diplom ausgezeichnet. Ihre Besonderheit: Sie decken den Wärmebedarf mit zwei Eisspeichern ab.

Seit Ende 2017 erzeugen die zwei Einfamilienhäuser in Holzbauweise an der Bäderstrasse in Nesslau mehr CO2– freien Strom als sie benötigen. Es sind also sogenannte PlusEnergie Bauten. Das Besondere an ihnen ist: Sie decken ihren Wärmebedarf mit Eisspeichern. Zwei 103 grosse Wassertanks dienen wenige Meter unter der Erde als Eisspeicher. Um die Wärmeenergie für die Häuser zu gewinnen, wird das Wasser in den Tanks gefroren. Dazu entziehen eine Wärmepumpe und Kältemittel dem Wasser die Energie. Gefriert das Wasser, entsteht sogenannte Kristallisationswärme. Diese lässt sich mit einer frostsicheren Flüssigkeit in die Häuser transportieren und zum Heizen nutzen. Die Energie, die bei der Kristallisation entsteht, ist um ein Vielfaches höher, als jene, welche es zum Abkühlen des Wassers benötigt. Ist der Tank völlig gefroren, kann keine Wärme mehr produziert werden. Aus diesem Grund versorgen je ein Solar-Luftkollektor an den Gebäuden die Eisspeicher mit Wärme. Mit diesem Prinzip produzieren die PlusEnergie-Einfamilienhäuser jährlich 15‘400 kWh.

Mehr Produktion als Verbrauch

Ausserdem verfügen beide Gebäude über eine vorbildlich integrierte Photovoltaik-Anlage (PV) auf dem Süddach, die zusammen 17‘100 kWh CO2-freien Solarstrom erzeugen.  Mit dem Eisspeicher generieren sie total 32‘500 kWh Energie pro Jahr. Der Gesamtenergiebedarf der Häuser beträgt jährlich rund 30‘000 kWh. Somit liegt die Eigenenergieversorgung mit 32‘500 kWh bei rund 108%. Der jährliche Solarstromüberschuss macht 2500 kWh aus.

Die innovativen Häuser sind nun ausgezeichnet worden. Während die Firma Roth Solartechnik in Neu St. Johann die PV-Anlagen installierte, ist die Giger Holzbau AG aus Nesslau Bauherrin und für die Architektur verantwortlich. Am vergangenen Freitag hat sie in Genf ein PlusEnergieBau-Diplom an der Solarpreisverleihung 2019 erhalten .

Weitere Informationen: www.solaragentur.ch

Bäcker mit Brot auf Cargobike

Eine umweltfreundliche Mobilität liegt der Gemeinde Wattwil am Herzen. Wattwil engagiert sich deshalb seit September 2018 gemeinsam mit der TCS Regionalgruppe Toggenburg beim innovativen Bike-Sharing Projekt von carvelo2go: Elektrische Lastenräder oder Cargo-Velos, die man ganz einfach stundenweise mieten kann. Mit diesem kommunalen Angebot soll jede Wattwilerin und jeder Wattwiler die Möglichkeit haben, Kinder umweltschonend zu chauffieren und Waren praktisch zu transportieren.

Das beim Café Abderhalden stationierte Cargo-Velo ist mit einer Batterie und einem Elektromotor ausgestattet und bietet so eine Reichweite von 40-50 Kilometer. Auf die grosszügige Ladefläche kann eine Nutzlast von bis zu 100 Kilogramm geladen werden und dank eingebauten Sitzbänken und Gurten, finden alternativ auch bis zu zwei Kindern bequem Platz. Das Bike eignet sich also hervorragend zum Befördern von Paketen, Wocheneinkäufen oder für eine gemütliche Ausfahrt mit der Familie.

Mit dem Sharing-Angebot von carvelo2go, der Schweizer Lastenrad-Initiative der Mobilitätsakademie und des Förderfonds Engagement Migros, kann das Lastenrad tatsächlich ganz einfach für jeden Zweck stundenweise gemietet werden. Wer bei carvelo2go registriert ist, bucht das Cargo-Velo gegen einen kleinen Mietbetrag und holt beim Café Abderhalden den Akku und Schlüssel ab. Nach der Miete gibt man es am gleichen Ort zur vereinbarten Zeit wieder zurück.

Registrieren und Buchungen vornehmen können Sie unter www.carvelo2go.ch

Die Gemeinde Wattwil und die TCS Regionalgruppe Toggenburg wünschen viel Spass bei der Nutzung und eine gute Fahrt.

Toggenburger Churfirsten im HerbstDie Energiestadt Region Obertoggenburg mit den Gemeinden Ebnat-Kappel, Nesslau und Wildhaus-Alt St. Johann lancierte im April 2018 ein regionales Förderprogramm. Die Bilanz nach einem Jahr ist positiv. Total sind bei 96 Gesuchen Beiträge für Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie des Einsatzes erneuerbarer Energien zugesichert.

Die grösste Nachfrage nach Fördergeldern erzielen mit 35 zugesicherten Gesuchen die Photovoltaikanlagen, gefolgt vom Fensterersatz mit 26 und dem Heizungsersatz durch Wärmepumpen mit 23 Projekten. Auch die weiteren Förderbereiche stossen auf reges Interesse: Anschlüsse an Wärmenetze, thermische Solaranlagen, Ersatzneubau und Heizungsersatz durch Holzfeuerungen. Nach einem Jahr sind für die total 96 Gesuche gut 211‘000 Franken aus dem Förderfonds zugesichert beziehungsweise bereits ausbezahlt worden.

Impulse für Umsetzung

Die erfreuliche Nachfrage lässt den Schluss zu, dass die Förderung bei Liegenschaftsbesitzern als starker Impuls wirkt, Projekte schneller umzusetzen. Damit leisten die Hauseigentümer einen konkreten Beitrag an die energiepolitischen Ziele der Energiestadt Region Obertoggenburg, des Energietals und der Energiestrategie 2050. Die Projekte haben nicht nur eine Reduktion der CO2-Emissionen und die Ausnutzung einheimischer Energiepotenziale zur Folge, sie tragen ausserdem zur Wertschöpfung in der Region bei. Bei Fördermassnahmen gehen Bund und Kantone im Durchschnitt von einer siebenfachen Wirkung aus. Ein Förderfranken bewirkt 7 Franken zusätzlicher Investitionen, was theoretisch bedeutet: Die 211‘000 Franken Fördergelder führen bei der Umsetzung der Massnahmen zu Investitionen von rund 1,5 Mio. Franken. Von den Investitionen profitiert zu einem grossen Teil das regionale Gewerbe – sei es in Form von Aufträgen für die Installation einer Solaranlage oder einer Wärmepumpe, sei es für Arbeiten beim Fensterersatz oder bei einem Wärmenetzanschluss.

Pionierhafte Finanzierung

Die Idee für das regionale Förderprogramm geht auf die Initiative der Energiekommission Obertoggenburg und des Fördervereins energietal toggenburg zurück. Für die Abwicklung zeigt sich die Energieagentur St. Gallen GmbH verantwortlich. Sie prüft die Gesuche und spricht die Verfügungen. Die finanziellen Mittel stammen aus dem regionalen Förderfonds. Diesen alimentieren Ebnat-Kappel, Nesslau und Wildhaus-Alt St. Johann gemeinsam mit einem Beitrag pro Einwohner und verteilen die Gelder unabhängig von der Anzahl der Gesuche in den einzelnen Kommunen. Die paritätische Verteilung in einer Region ist ein Novum in der Schweiz.

Interessierte Hausbesitzer müssen ihre Gesuche vor Baubeginn einreichen.
Informationen, Merkblätter und Formulare zur kommunalen und zur kantonalen Förderung sind zu finden unter: http://efoerderportal.sg.ch/

Kuchendiagramm von Fördergesuchen im Obertoggenburg