Rathaus von Lichtensteig mit Blick in Richtung Obertor

Wärmeverbund Lichtensteig kommt einen Schritt voran

Rathaus von Lichtensteig mit Blick in Richtung Obertor

Die Realisierung des Wärmeverbund Lichtensteig rückt näher. Die Vorabklärungen und Planungsarbeiten laufen im Hintergrund weiter. Nun sind die Lichtensteigerinnen und Lichtensteiger am Zug, um konkrete Anschlüsse anzumelden.

Der Wärmeverbund Lichtensteig nimmt konkrete Formen an: Ein tragfähiges Projekt liegt vor und schafft ab 2027 eine nachhaltige Alternative zu fossilem Erdgas und Erdöl. Ab einer neuen Energiezentrale am Standort «Brüch» soll primär lokales Waldrestholz zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Mittels erdverlegten Fernwärmerohren wird die Wärme zu den interessierten Liegenschaften geführt. Dank des Zusammenschlusses im Verbund, entfallt der Bedarf für individuelle Heizungen. Stattdessen soll die Wärmeversorgung neu ganzjährig ab dem Wärmeverbund erfolgen. Platzsparend, leise, wirtschaftlich und nachhaltig.

Im vergangenen Jahr wurde das Interesse an Anschlüssen abgeklärt. Über 50 Liegenschaften könnten angeschlossen werden, was sehr hilfreich für die weiterführende Planung war. Diese Bekundungen haben einen wichtigen Beitrag für die Festlegung des Tarifblatts für den Wärmebezug und die Anschlussgebühren beim neuen Wärmeverbund geliefert.

Basierend auf den gelieferten Angaben des Anschlussgesuches werden in den nächsten Wochen nun konkrete Richtpreisofferten für die einzelnen Liegenschaften erstellt. Welche Gebiete alle mit Fernwärme erschlossen werden, ist noch nicht abschliessend bestimmt. Dies hängt direkt auch vom konkreten Interesse der Wärmebezüger ab.

Wärmeverbund soll langfristig wirtschaftlich sein

Im Rahmen umfangreicher Vorabklärungen wurden in enger Zusammenarbeit mit der politischen und der Ortsgemeinde ein faires und transparentes Tarifblatt festgelegt. Dieses soll einen langfristig wirtschaftlichen Wärmeverbund in Lichtensteig ermöglichen und eine attraktive Alternative zur fossilen Beheizung der Liegenschaften in Lichtensteig bieten.

Die aktuell wieder hochbrisante globale Lage verdeutlicht einmal mehr, dass Heizöl und Erdgas für die individuelle Wärmeerzeugung Auslaufmodelle sind. Hohe Preisfluktuationen und Sorgen über die Versorgungssicherheit entfallen mit einem Anschluss an einen Wärmeverbund. Statt importierte fossile Energie kann Lichtensteig nun die Wärmeversorgung auf lokale Energiequellen umstellen. Das Geld bleibt in der lokalen Wertschöpfungskette.

Baustart von Energiezentrale und Netz in diesem Jahr

Aktuell läuft die Planung für das Baugesuch der Energiezentrale, sowie die Klärung der finalen Finanzierung des Wärmeverbundes. Für den Baustart des Wärmeverbund Lichtensteig im Winter 2026/2027 müssen bis November 2026 folgende Punkte erfüllt werden:

  • Erteilung der Baubewilligung für Energiezentrale und Leitungsnetz
  • Ausreichend unterzeichnete, konkrete Wärmelieferverträge

Ein Start der Wärmelieferung für die ersten Liegenschaften auf Herbst 2027 ist damit weiterhin realistisch.