
Fazit: Selbst produzierter Strom bewusst nutzen
Die Energiekommission Bütschwil-Ganterschwil und energietal toggenburg luden zu einem gemeinsamen Informationsabend unter dem Titel «Gewusst wie: Energiespeicher – Strom clever nutzen, teilen und steuern» im Zivilschutzzentrum in Bütschwil. Rund 30 interessierte Personen liessen sich von Fachpersonen aufzeigen, wie sie Strom von ihrem Dach effizient und bewusst nutzen können.
Christoph Kauz von energietal toggenburg erklärte am Beispiel eines Einfamilienhauses, wo Strom produziert und genutzt wird. Die Herausforderung dabei ist, dass an einem sonningen Tag in den Stunden viel Strom produziert wird, wenn wenig im Haushalt verbraucht wird. Wenn der Verbrauch aber höher ist, produziert eine PV-Anlage kaum mehr Energie. Der Eigenverbrauch könnte gesteigert werden, wenn flexible Verbraucher wie Warmwasser, Wärmepumpe, Haushaltsgeräte oder Elektroauto in die sonnigen Stunden verschoben würden.
Eine weitere Variante, um den Eigenverbrauch zu erhöhen, ist, ihn zu speichern. Simon Rohner von Elektro Widmer führte anschaulich aus, welche Batterien es auf dem Markt gibt und worauf beim Kauf einer solchen zu achten sei. Eine Batterie als direkter Stromspeicher, die am Abend das Haus mit Energie versorgt, sei aber vielleicht nicht die alleinige Lösung. Ein Boiler für Warmwasser, Wärmepumpen oder auch ein Elektroauto können als indirekte oder zusätzliche Speicher dienen. Ein Energiemanagementsystem könnte helfen, mehrere Verbraucher automatisch zu koordinieren und somit den Energiehaushalt zu überwachen. Letztlich könne so die Eigenverbrauchsquote des Solarstromes erhöht werden.
Reto Rüesch vom Energieversorger rwt sprach über die Verwendung von lokal produzierter Energie. Nebst dem Eigenverbrauch könne selbst produzierter Strom an den lokalen Energieversorger, an einen Energiedienstleister oder an eine lokale Energiegemeinschaft geliefert werden. Reto Rüesch zeigte die Vor- und Nachteile sowie die Herausforderungen und die finanziellen Folgen.
Nach den Fachvorträgen nutzten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Die Diskussion wurde beim Apéro weitergeführt. Für die Teilnehmenden war das Fazit des Abends schnell klar: «Wir müssen jetzt etwas unternehmen, um selber mehr Strom aus unserer PV-Anlage zu nutzen».


