Kantischüler spielen das Strategiespiel Changing the Game

Mit dem Strategiespiel «Changing the Game» können die Spieler*innen selbst eine umweltverträgliche Energiestrategie entwicklen. 23 Jugendliche der Kanti Wattwil stellten sich der Herausforderung.

Im Rahmen der «Sonderwoche Wirtschaft» an der Kanti Wattwil schlüpften 23 Schüler*innen in die Rolle von Energiepolitiker*innen. Im Spiel «Changing the Game» entwickelten sie unter der Leitung von Markus Kaufmann und Peter Widerin vom Energieinstitut Vorarlberg ihre eigene Energiesstrategie für Europa. Dabei galt es, das bestehende Energieversorgungssystem zu verstehen und
unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien in ein zukunftsweisendes, umweltfreundliches und sozial verträgliches Szenario für das Jahr 2035 umzuwandeln.

Weitere Information zum Bildungsangebot «Changing the Game» finden Sie hier.

Berg spiegelt sich im Bergsee

Toggenburg Tourismus und energietal toggenburg haben die Köpfe zusammengesteckt und auf Basis ihrer Gemeinsamkeiten eine neue Dienstleistung für die Region entwickelt: Das Beratungsangebot «Nachhaltiger Tourismusbetrieb».

In den letzten Jahren hat sich energietal toggenburg erfolgreich auf die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Schulen, Privaten und Unternehmen konzentriert. Eine etablierte Kooperation in der Sensibilisierung und Umsetzung von Projekten rund um Energieeffizienz und erneuerbare Energien ist das Resultat. «Als weitere Partnerin wollen wir die Gastronomie vor allem im Tourismusbereich gewinnen und den Fokus auf eine umfassende Betrachtung der Energienutzung, die Nachhaltigkeit, legen», erklärt Geschäftsleiter Christoph Kauz die Idee des neuen Angebots. Neben der Effizienz und der Konsistenz (erneuerbare Energien) bietet seiner Beurteilung nach, die Suffizienz als dritter Aspekt der Nachhaltigkeit, grosse Chancen für die regionale Wertschöpfung. Auch im Tourismus wächst die Nachfrage nach umweltverträglichen, sozial gerechten und wirtschaftlich sinnvollen Angeboten, was dem Suffizienz-Gedanken entspricht. «Suchen wir das ferne, importierte Gut oder liegt der Genuss im regionalen Produkt wie dem frischen Käse aus dem Toggenburg?», macht Christoph Kauz ein Beispiel.

Resonanz schafft Nachhaltigkeit

Schlichtheit, Genügsamkeit und Entschleunigung sind Werte der Suffizienz, so dass sie hervorragend zur Toggenburg Tourismus Strategie 2025 passt, dem Resonanz-Tourismus. Dieser versucht den Gästen neben dem Erlebnis auch neue Erfahrungen zu vermitteln. Nicht allein der schnelle Glücksmoment zählt. Die vertiefte Auseinandersetzung mit der Region, den Menschen und der Natur wird wichtig und ermöglicht ein «Nachhallen» bei den Gästen.
Auf Grundlage dieser Gemeinsamkeit haben energietal toggenburg und Toggenburg Tourismus das neue Beratungsangebot «Nachhaltiger Tourismusbetrieb» für Hotel-, Restaurations- und Tourismusunternehmen entwickelt.

Den Weg gemeinsam definieren

Im Mittelpunkt steht ein Nachhaltigkeitsprofil für den Gastrobetrieb, das energietal toggenburg vor Ort, basierend auf der Agenda «Suffizienz» des Ökozentrums Langenbruck, erstellt. Dazu analysiert die Beraterin oder der Berater die Ausgangssituation des Betriebs in verschiedenen Bereichen wie Mobilität und Transport, Lebensmittel und Abfall, Energie und Infrastruktur, Naturerholung und Angebote oder Kommunikation und Ethik. In der gemeinsamen Diskussion entscheidet der Gastrobetrieb in welchen Bereichen er eine Verbesserung anstreben will und welche Massnahmen diesen Weg am besten unterstützen. Neben dem Massnahmenkatalog bildet ein Spinnendiagramm – bekannt aus der Politik – das visuelle Resultat der Beratung. Es zeigt einerseits die Bewertung des Ist-Zustands und andererseits die anvisierte Entwicklung.

Inspirieren zu eigenen Ideen

Die erste Beratung, die Christoph Kauz bereits durchführen konnte, stützt seine Erfahrung: Oft setzen Betriebe den Effizienzgedanken in einzelnen Bereichen schon um. Sie richten beispielsweise die Küche auf saisonale Produkte aus, kaufen in der Region ein oder haben LED-Beleuchtung installiert. Doch sie kommunizieren dieses Engagement den Gästen gegenüber nicht. «Wir wollen die Gastrounternehmen dafür sensibilisieren, ihren bedachten Umgang mit Ressourcen bekannt zu machen, um den Gästen den Mehrwert aufzuzeigen und sie inspirieren, diesen Weg mit eigenen Massnahmen weiterzuentwickeln», fasst Kauz die Zielsetzung der Beratung zusammen.

Das neue Beratungsangebot «Nachhaltiger Tourismusbetrieb» ist für Hotel-, Restaurations- und Tourismusbetriebe im Toggenburg dank Förderbeiträgen von energietal toggenburg kostenlos. Es zeigt Unternehmen auf, wie sie und die Gäste vom Mehrwert der Nachhaltigkeit profitieren. Weitere Infos finden Sie hier.

Kinder mit Bauhelm werken auf einer Kinderbaustelle

Einen richtigen Ansturm an experimentierfreudigen Kindern konnten die Kinderbaustellen in Wil und Wattwil an den im September verbuchen.

Handwerkliches Geschick und Kreativität sind auf der Kinderbaustelle gefragt. Da wird gehämmert, gelötet, gemalt und gestaunt; vor allem, wenn das eigene Solarauto oder das Flugobjekt sich mit Hilfe der Sonneneinstrahlung tatsächlich in Bewegung setzt. Aepli Ateliers und energietal toggenburg organisieren die Energie-Erlebnistage jeweils gemeinsam mit den Kinderbaustellen-Teams und werden durch Energiestadt Wil und die Technischen Betriebe Wil unterstützt.

Lehrer erklärt Oberstufenschüler ein Modell

Die Oberstufe Eschenbach hat sich Anfang September 2021 ganz der «Energie» verschrieben. Ihr eigener Blog zeigt die kreative Auseinandersetzung mit dem Thema.

Begleitet von energietal toggenburg gestalteten die fünf Drittoberstufenklassen eine sehr individulle Sonderwoche rund um das Thema Energie. Die Jugendlichen setzten sich nicht nur mit technischen Aspekten der Energie wie Heizung, Solarenergie und Stromkreisläufen auseinander. Sie vertieften sich beispielsweise auch in die Abfall- und Food-Waste-Problematik, kreiierten eigene Energiegeschichten und Solarmodelle, verfolgten den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung eines T-Shirts, gingen an ihre körperliche Energiegrenze oder besuchten einen landwirtschaftlichen Betrieb, um in Stall und Treibhaus mitzuhelfen. Ein Schülerteam hat die abwechslungreiche Woche journalistisch begleitet und auf dem eigenen Blog dokumentiert. Ein Besuch lohnt sich.

Mehr zum Bildungsangebot Jugendsolarwoche finden Sie hier.

Fluss in steinigem Bachbett im Wald

Die Gemeinde Neckertal zieht eine sehr positive Bilanz zum Energieförderprogramm. Insgesamt konnte sie in den gut zwei Jahren Laufzeit 64 Fördergesuche für Massnahmen der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien zusichern. Die Umsetzung dieser Bauvorhaben hat eine Reduktion der CO2-Emmissionen von 631 Tonnen zur Folge.

Die Gemeinde Neckertal hat im April 2019 ihr kommunales Energieförderprogramm gestartet. Sie verfolgte dabei das Ziel auch auf kommunaler Ebene einen Beitrag an die CO2-Reduktion im Gebäudebereich zu leisten und die vermehrte Ausnutzung des regionalen Energiepotenzials bei der Wärmeerzeugung zu unterstützen. Damit möglichst viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer in den Genuss von Fördergeldern kommen, definierte die Gemeinde ihre Förderbereiche in Ergänzung zum kantonalen Förderprogramm. Neckertal unterstützte den Einsatz von Solarstrombatterien und Solarstrom-Anlagen, den Ersatz von Öl-, Gas- und Elektroheizungen durch Holzfeuerungen oder den Anschluss an Fernwärmenetze sowie den Fensterersatz.

Aufträge für das regionale Gewerbe

Das Energieförderprogramm ist in diesen gut zwei Jahren auf ein sehr gutes Echo gestossen. Total konnte die Gemeinde für 64 Gesuche Fördergelder sprechen. Dabei stehen die Solarstrom-Anlagen mit 28 Gesuchen an der Spitze, gefolgt vom Fensterersatz (15), Solarstrombatterien (14) und dem Heizungsersatz durch Anschlüsse an Fernwärmenetze (6) und Holzfeuerungen (1). Gemäss Berechnungen von Bund und Kanton hat jeder Förderfranken zusätzlich sieben Franken Investitionen zur Folge. Mit den eingesetzten Fördermitteln von rund 162’000 Franken löste die Gemeinde gut 1,13 Mio. Franken Investitionen aus, von welchen vor allem das regionale Gewerbe in Form von Aufträgen profitieren konnte.

Beitrag zur CO2-Reduktion

Die grosse Nachfrage nach Unterstützungsgeldern lässt den Schluss zu, dass die Förderung für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer ein Anreiz ist, Projekte schneller umzusetzen. Damit haben sie mit ihren Bauvorhaben zur Wertschöpfung in der Region beigetragen und einen konkreten Beitrag an die energie- und klimapolitischen Ziele der Schweiz geleistet. Die Reduktion der CO2-Emmissionen für alle umgesetzten Massnahmen beläuft sich auf 631 Tonnen.

Die Fördergelder sind ausgeschöpft, so dass die Gemeinde das Förderprogramm für den Moment einstellt. Nach der Fusion der Gemeinden Hemberg, Neckertal und Oberhelfenschwil zur neuen Einheitsgemeinde Neckertal mit Start auf 2023 wird die allfällige Neulancierung eines kommunales Förderprogramm wieder diskutiert.

Turbine aus dem Jahr 1910

Im Haus «Alte Säge» in Alt St. Johann produziert die Francisturbine aus dem Jahr 1910 seit vergangener Woche wieder Strom – dank grossen Engagements für den Erhalt historischer Werte und Substanz.

«Wir waren beeindruckt von den handgezeichneten, historischen Plänen des Wasserkraftwerks», erinnert sich Peter Eigenmann an den Moment, als er mit seiner Partnerin Bettina Kaiser begann, sich ins Projekt zur Reaktivierung der Anlage zu vertiefen. Bettina Kaiser ist in der Nachbarschaft der «Alten Säge» an der Sonnenhalbstrasse in Alt St. Johann aufgewachsen und hat die Liegenschaft mit dem Wasserkraftwerk im September 2020 erworben (vgl. «das sind wir). Auch Peter Eigenmann kennt die Anlage durch die Familienfreundschaft mit dem langjährigen Vorbesitzer Max Gächter. Die Faszination für Technik und Wasserkraft begleitet ihn: «Ich habe grossen Respekt vor den technischen Leistungen früherer Generationen.»

Wieder in Betrieb

Erste Erwähnung findet die «Alte Säge» bereits im 17. Jahrhundert. Das noch heute bestehende Sägereigebäude wurde 1797 erstellt. 1901 liess der damalige Besitzer Johann Tobler die Säge ins Wasserrechtskataster des Kantons St. Gallen eintragen und ein Wasserrad erbauen. Knapp zehn Jahre später installierte er im Untergeschoss der Säge eine Francisturbine zur Stromproduktion.

Max Gächter kaufte die Liegenschaft 1971 und gestaltete die Sägerei in Wohnraum um. Das Wasserkraftwerk war seine Leidenschaft. Er betrieb es bis ins Jahr 2016. In dieser Zeit tätigte er verschiedene Revisionsarbeiten, stattete die Anlage mit einer mechanischen Steuerung aus und konnte sie auch immer wieder interessierten Fachleuten zeigen.

Nach einigen Jahren Unterbruch der Stromproduktion leitete Bettina Kaiser als neue Besitzerin die Reaktivierung der Anlage mit Wasserrechtskonzession und gewässerschutzrechtlicher Bewilligung für die energetische Nutzung Anfang 2021 in die Wege. Peter Eigenmann, mit mechanischer Grundausbildung, hat die Leitung des Projektes übernommen und vorangetrieben. Im ersten Schritt liessen sie anstelle der mechanischen eine neue elektronische Steuerung konzipieren und einbauen. Weil jedes Kraftwerk eigene Parameter beispielsweise bezüglich Fallhöhe oder Menge des Wassers aufweist, handelt es sich dabei um eine Einzelausführung, basierend auf einer Grundsoftware. Mit der Firma AVM aus Dietfurt konnte ein kompetenter Partner mit Erfahrung für die Umsetzung gefunden werden. Ebenso erfolgten im Rahmen der Restauration Massnahmen bezüglich der Sicherheit, so dass die Anlage auch für Führungen vorbereitet ist.

Kaum Eingriff in die Natur

Das Wasserkraftwerk, ein Laufkraftwerk, entspricht in der Dimension und Konzeption auch heute der seit Jahren bestehenden Anlage. Es liegt nicht in einem Schutzgebiet. Im genutzten Bereich leben keine natürlich vorkommenden Fische.
Das Wasser entstammt einer Karstquelle oberhalb der Liegenschaft «Alte Säge», zu der das Quellrecht gehört. Ab der Quelle gelangt das Wasser über einen kurzen Bach ins Vorbecken, von da auf die Turbine und wird über einen Kanal in die Thur geleitet. Das Wassernutzrecht beträgt 125 Liter pro Sekunde. Die weitere Wassermenge fliesst zur nahen Klangschmiede oder direkt in die Thur. Dank der Revision kann die Turbine mit 6 Kilowatt Motorenleistung rund 40 000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren – ohne nennenswerte Einflüsse auf die Natur. Der Strom wird ins öffentliche Netz eingespiesen.

Mechanik als Herausforderung

Im nächsten Schritt ist die mechanische Revision der Turbine geplant. Erst deren Zerlegung wird zeigen, welche Teile ersetzt und in aufwändiger Einzelanfertigung neu hergestellt werden müssen. «Die Erneuerung der Mechanik ist wie eine Wundertüte», schmunzelt Eigenmann. «Aber wir haben diese Herausforderung nicht angenommen um Geld zu verdienen, sondern weil uns der Erhalt der Anlage am Herzen liegt und wir mit unserem Projekt vielleicht auch andere Besitzer motivieren können, ihr kleines Wasserkraftwerk wieder in Betrieb zu nehmen.»

blaue Solarzellen

Mit einem attraktivem Rahmenprogramm weiht die Gemeinde Lichtensteig Ende August ihre neue Photovoltaikanlage auf dem Schulhaus des Berufs- und Weiterbildungszentrums Toggenburg, BWZT, ein.

Lichtensteig ist seit 2015 mit dem Label Energiestadt ausgezeichnet. Dieser Leistungsausweis belegt, dass sich die Gemeinde kontinuierlich für eine effiziente Nutzung von Energie, den Klimaschutz und erneuerbare Energien sowie umweltverträgliche Mobilität einsetzt. Aktuell hat Lichtensteig das «Energiekonzept 2030» erarbeiten lassen, um den heutigen und den künftigen Energieverbrauch zu eruieren und den energiepolitischen Weg mit gezielten Massnahmen weiterzugehen. Zu den Zielen gehört beispielsweise der Ausbau der Solarstromproduktion auf gemeindeeigenen Gebäuden.

Neue Anlage auf dem Schulhaus

Die Bestrebungen zeigen Wirkung. Lichtensteig kann kommende Woche eine neue Photovoltaik-Anlage einweihen. Sie befindet sich auf dem Flachdach des Schulhauses des BWZT und umfasst eine Fläche von 215 m2 mit aufgeständerten Modulen. Bei einer installierten Leistung von 42,6 Kilowatt Peak (kWp) lässt sich eine jährliche Stromproduktion von rund 31 000 kWh erwarten. Für Planung und Realisierung der Anlage war die AWS Solar AG, Mosnang, verantwortlich.

Filme unter freiem Himmel

Die Einweihung ist in ein attraktives Programm eingebettet. Im Rahmen der Veranstaltung vom Freitag, 27. August 2021, stellt die Energiekommission Lichtensteig vor Ort die neue Anlage vor und verleiht sechs Hauseigentümer*innen, die im letzten Jahr eine Solaranlage installiert haben, die Solarplakette. Im Anschluss präsentiert sie gemeinsam mit dem Rathaus für Kultur verschiedene Familien-Kurzfilme unter dem Titel «Absurder Alltag» im «Sonnenkino». Am Samstag, 28. August 2021 stehen Kurzfilme zum Thema «Re: Bin im Urlaub» mit anschliessendem Gespräch mit dem Filmemacher auf dem Programm.

Die Vorführungen finden auf dem Goldenen Boden unter freiem Himmel oder bei schlechter Witterung in der Kalberhalle statt. Das «Sonnenkino» wird mit Solarenergie betrieben. Weitere Informationen finden Sie hier.

Croissant mit Kaffee

Das Energiegipfeli ist eine jährliche Veranstaltung für lokale Fachleute, Handwerker und Energieinteressierte mit Energie-News aus Bund, Kanton und Region. Die virtuelle Ausgabe des Energiegipfelis 2021 gibt es nun zum Nachschauen. Im Programm finden Sie die behandelten Themen, welche mit Zeitangaben versehen sind. So können Sie ganz einfach zum für Sie interessanten Thema springen.

Programm:

  • Begrüssung und Projekte aus dem Energietal (00:00)
  • Aktuelles aus der Energiepolitik und zum Energiegesetz im Kanton St. Gallen (18:47 )
  • Energieförderung des Kantons und der Toggenburger Gemeinden (54:38)
  • Programm «erneuerbar heizen» von EnergieSchweiz (58:25)

 

Die Energiekommission Lütsiburg im Mehrzweckgebäude

Die Gemeinde Lütisburg lanciert am 1. Juli 2021 ein kommunales Energieförderprogramm. Mit grosszügigen Beiträgen beim Heizungsersatz und der Neuinstallation von Photovoltaikanlagen möchte die Gemeinde Lütisburg die Eigenproduktion von Strom und Wärme fördern und den CO2-Ausstoss minimieren. Vergangenen Freitag wurde die Bevölkerung entsprechend informiert. Das Förderprogramm ist auf drei Jahre ausgelegt.

Imelda Stadler begrüsste vergangenen Freitag, 25. Juni 2021, die interessierten Lütisburgerinnen und Lütisburger und stellte gemeinsam mit der Energiekommission Lütisburg, der Energieagentur SG und dem energietal toggenburg das neue Förderprogramm der Gemeinde vor. Es wurde aufgezeigt, was die Gemeinde Lütisburg in den letzten Jahren im Bereich der Energie und Umwelt bereits erreicht hat und wo das Toggenburg und insbesondere die Gemeinde Lütisburg bezüglich der Energieentwicklung steht. Im Fokus stand am Informationsabend aber das neue Energieförderprogramm, dessen Abwicklung und die Fragen aus der Bevölkerung.

Heizungsersatz und Solarstrom

Den Ersatz der Elektro-, Ölheizung oder alten Holzfeuerung durch eine neue Holzfeuerung mit dem Qualitätssiegel Holzenergie Schweiz unterstützt die Gemeinde pauschal mit 2’000 Franken. Der Ersatz mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird pauschal mit 1’500 Franken unterstützt, während Sole-Wasser und Wasser-Wasser-Wärmepumpen pauschal mit 3’000 Franken unterstützt werden.

Neuinstallationen von Auf- und Indach-Photovoltaikanlagen werden mit 200 Franken pro Kilowatt unterstützt. Der maximale Förderbeitrag beträgt 2’000 Franken.

Förderantrag einreichen

Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer in der Gemeinde Lütisburg können den Förderantrag ab dem 1. Juli 2021 elektronisch ausfüllen und einreichen unter http://efoerderportal.sg.ch. Er wird anschliessend von der Energieagentur St. Gallen GmbH beurteilt und bewilligt, sofern das Projekt die Förderkriterien erfüllt und der Antrag vor Baubeginn eingereicht wurde.

Neun kommunale Förderprogramme

Die Gemeinde Lütisburg ist bereits die neunte von insgesamt zwölf Toggenburger Gemeinden, welche ein kommunales Förderprogramm anbieten. Ausserdem profitieren alle Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Lütisburg von den kostenlosen Beratungsangeboten von energietal toggenburg. Weitere Informationen zu den kommunalen Förderprogrammen finden Sie hier.

Hände mit dem Muster der Weltkarte

Das Projekt «Gemeinsam fürs Klima» verbindet den konkreten Einsatz fürs Klima mit der Freiwilligenarbeit – dank einer innovativen Zusammenarbeit von energietal toggenburg mit der Genossenschaft Zeitgut Toggenburg.

Der Klimawandel als globales Problem hinterlässt oft Ohnmacht hinsichtlich der persönlichen Handlungsmöglichkeiten. Entsprechend gross ist bei vielen Menschen das Bedürfnis, mit eigenen Massnahmen die regionalen Auswirkungen zu vermindern.
Hier setzt das Projekt «Gemeinsam fürs Klima» von energietal toggenburg an. Es bietet Interessierten die Chance, sich konkret fürs Klima einzusetzen und stärkt gleichzeitig die Freiwilligenarbeit im Dienst der gesamten Gesellschaft. Das macht die innovative Partnerschaft mit der Genossenschaft Zeitgut Toggenburg möglich. Zeitgut engagiert sich mit Zeitgutschriften für generationenverbindende Nachbarschaftshilfe und Freiwilligenarbeit – sei es Blumen tränken, ein Spaziergang oder der Einkauf. Mitglieder, die Zeit geben, lassen sich diese auf ihr persönliches Zeitgutkonto gutschreiben und können sie für den eigenen Bedarf wieder beziehen. «Die Freiwilligenarbeit», so fasst Genossenschaftspräsident Markus Windirsch zusammen, «ist bei uns kostenlos aber nicht umsonst.» (vgl. rechte Spalte)

Junge Erwachsene motivieren

Im Rahmen des Projekts organisiert energietal toggenburg sogenannte Aktionstage fürs Klima. Wer als Helfer*in mitwirken will, kann sich auf freiwilliger Basis bei Zeitgut Toggenburg registrieren lassen. Dank der Mitgliedschaft wird der Klima-Einsatz dem persönlichen
Zeitgutkonto angerechnet und erhält dadurch grössere Wertschätzung. Um vor allem junge Erwachsene zu gewinnen und so längerfristig Kapazität in der Freiwilligenarbeit aufzubauen, übernimmt das Projekt «Gemeinsam fürs Klima» für die ersten 50 Mitwirkenden unter 25 Jahren den einmaligen Genossenschaftsanteil von 100 Franken. Gesponsort werden diese Anteile durch den grosszügigen Beitrag der Toggenburger Raiffeisenbanken. Bei der Umsetzung der Klima-Aktionstage bindet energietal toggenburg zudem die Erfahrungen bestehender Vereine und Organisationen ein. Die Pilotumsetzung Ende April erfolgte beispielsweise mit dem Naturschutzverein Ebnat-Kappel und Nesslau. Vereinsmitglieder und freiwillige Helfer*innen arbeiteten an Projekten rund um die Förderung der Artenvielfalt in der Gemeinde Nesslau. Gemeinsam leisteten sie einen Beitrag, um die Auswirkungen des Klimawandels mit geeigneten Anpassungen zu mindern.

Nun suchen energietal toggenburg und die Genossenschaft Zeitgut weitere Freiwillige für die kommenden Aktionstage. Zur Auswahl stehen:

  • Repair-Café in Lichtensteig (3. Juli 2021, 14:00 bis 18:00 Uhr)
  • Weidepflege in Ebnat-Kappel (24. Juli 2021, ab 9:00 Uhr)
  • Pflege des Naturreservats in Ebnat-Kappel (16. Oktober 2021, ab 9:00 Uhr)

Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.